Kein Sieger im Derby

Der Hauptakteur im rassigen Derby der Fußball-Landesliga trug weder das Trikot des SV Eilendorf noch den Dress des SV Rott. Dennoch spielte er eine entscheidende Rolle in der Geschichte dieser Partie. Es war der Rasenplatz an der Eilendorfer Halfenstraße – staubtrocken, holprig und verdorrt. Er machte beiden Teams, die ihre Stärken im Kombinationsspiel haben, über 90 Minuten das Leben schwer.

Die Hausherren, die die ersten 20 Minuten bestimmten, kamen zunächst besser mit dem Geläuf zurecht. Das Tor erzielten jedoch die Gäste aus der Nordeifel – auf höchst kuriose Weise: Ein langer Einwurf von Belmin Sikira stiftete Verwirrung im SVE-Strafraum, landete auf dem Hinterkopf des Eilendorfers Philipp Quandt und fiel von dort aus ins eigene Tor (31.). Im Anschluss ließen die Rotter weitere Gelegenheiten aus. So ging es mit einer knappen Führung in die Pause. „Zu wenig“, befand Rotts Coach Jürgen Lipka, der nach dem Seitenwechsel noch mehr Grund hatte, sich über die knappe Führung seiner Mannschaft zu ärgern.

Denn als Sikira in der 54. Minute einen Eilendorfer im Strafraum zu Fall brachte und der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied, kippte die Partie. Ganz zum Leidwesen von Lipka, der das Foulspiel nicht für elfmeterwürdig hielt: „Der Schiedsrichter hatte dadurch das Spiel mitentschieden.“

Lipkas Trainerkollege Achim Rodtheut bemerkte: „Wäre es ein Foul im Mittelfeld gewesen, hätte der Schiedsrichter es abgepfiffen, also muss er es auch im Strafraum abpfeifen.“ Schlussendlich verwandelte Ceyhan Arslan zum 1:1-Ausgleich. Die Gastgeber bekamen nun Oberwasser und suchten wieder verstärkt den Weg vors Rotter Tor. Nachdem Sikira (68.) wegen erneutem Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war, verlagerte sich die Partie in der Schlussphase vollends in die Rotter Hälfte.

Dabei hatten Loik Laschet (75.) und der eingewechselte Tom Voss (87.) die besten Gelegenheiten, die Eilendorfer in Führung zu bringen. „Auf einem besseren Platz hätten wir diese Möglichkeiten mit Sicherheit ruhiger ausspielen können“, wusste Rodtheut, der sich schließlich mit dem Remis abfand. „Obwohl wir wissen, dass mehr drin gewesen wäre.“

Auf der anderen Seite war Lipka einerseits froh, nicht noch mit einer Niederlage vom Platz gegangen zu sein. Andererseits gab der Rotter Coach zu Bedenken: „Hätten wir das Spiel zu elft beendet, hätte die Partie sicherlich einen anderen Lauf genommen. Wir müssen mit dem Punkt leben.“

Autor: sme | AZ/AN

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