Lipka lässt die Wände wackeln

Zweikampf zwischen Rotts Aboudoul-Rachid Tchadjei (links) und Verlautenheides Maurice Dautzenberg. Foto: Ratajczak

Startelf

Trotz „lebloser“ erster Hälfte gewinnt der SV Rott das Derby bei Eintracht Verlautenheide am Ende mit 3:2. Der SV-Coach verliert seine Stimme, Buchholz hadert mit dem Spielverlauf.

Erst nach dem Schlusspfiff hatte er sein Lächeln wiedergefunden. Jürgen Lipka herzte seine Spieler nach dem 3:2-Derbysieg in der Fußball-Landesliga gegen Eintracht Verlautenheide und schloss sie zufrieden in die Arme. Knapp eine Stunde zuvor war der Coach des SV Rott noch äußerst missmutig aus der Kabine gepoltert, schimpfte auch noch nach seiner Ankunft an der Trainerbank lauthals über den Auftritt seiner Mannschaft im ersten Durchgang. „Zu pomadig, leblos, ohne Herz“, fasste Lipka die ersten 45 Minuten seiner Mannschaft knallhart zusammen.

SV Eintracht Verlautenheide - SV Rott 2:3

Der Tabellenzweite hatte kaum Wege in die Tiefe gefunden und verbuchte keine einzige nennenswerte Torgelegenheit vor dem Seitenwechsel. Großen Anteil daran hatte auch die Heimelf von Dennis Buchholz, die hinter der Mittellinie ein Abwehrbollwerk formierte und die spielstarken Gäste durch eine aggressive Zweikampfführung ärgerte. Zudem gehörten dem Gastgeber die besseren Gelegenheiten. Einen satten Vollspannschuss von Kenan Uzun aus gut 20 Metern konnte Seiya Ihara im Tor der Gäste noch sensationell über die Latte lenken (26.), ehe der Rotter Schlussmann eine Minute später hinter sich greifen musste (27.). Diesmal traf Uzun die Kugel im Strafraum nicht voll, dennoch konnte Ihara nicht festhalten – 1:0 für die Hausherren.

Mit der knappen Führung ging es für die Eintracht in die Halbzeit, die kurz nach dem Wiederanpfiff überrumpelt wurde: Manuel Kanou schlug eine Ecke an den kurzen Pfosten, wo Alexander Förster zum 1:1 einköpfte (47.). Lipkas Kabinenansprache hatte wohl gefruchtet, denn in der zweiten Hälfte schraubte der SV das Tempo merklich nach oben. So war auch der Führungstreffer durch Avdo Iljazovic (63.) folgerichtig, wenn auch aus abseitsverdächtiger Position, was Buchholz in Unmut versetzte. „Der Spielverlauf ärgert mich maßlos“, gab der Eintracht-Coach Einblick in sein Gefühlsleben. „Ohne das Abseitstor und unsere individuellen Fehler wäre Rott niemals zurückgekommen. Davon bin ich überzeugt.“

Damit sprach Buchholz auch auf das 3:1 der Gäste durch Iljavozivc an, das Stephan Kamps durch einen verunglückten Rückpass entscheidend eingeleitet hatte (83.). Iljazovic’ zweiter Treffer war gleichbedeutend mit der Entscheidung, auch wenn die Gäste nach einem verwandelten Handelfmeter des eingewechselten Ferhat Akar (90.+2) noch kurz zittern mussten. „Am Ende war es ein verdienter Sieg, für den ich meine Stimme geopfert habe“, resümierte Lipka gut gelaunt.

Autor: Simon Mertens | AZ/AN

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